Warum machen die im Fernsehen so lange oder breite Gesichter?
Um dieses zu klären, wollen wir Ihnen an dieser Stelle die unterschiedlichen Formate vorstellen. Hat Fau oder Mann das Prinzip erstanden, ist es eigentlich recht einfach mit den unterschiedlichen Bildformaten klar zu kommen. Auch begrenzen sich die Möglichkeiten bei den Bildschirmen auf meistens ein – zwei wichtige Zoomstufen, um das Bild in die richtigen Proportionen zu bringen.
Auf diesem Bild können Sie sehen, wie groß die Balken oben und unten jeweils im 4:3 Format dargestellt werden:
1 = Cinemascope 2,35:1 – 2 = Breitbild Kino 1,85:1 – 3 = Breitbild 16:9 1,78:1
Das anamorphe Bildformat: Was bedeutet eigentlich Anamorph – zu Deutsch „Verzerrt“?
Einfach ausgedrückt - das anamorphe Bild ist in der Höhe gestreckt und in der Breite gestaucht. Auf einem normalen Fernseher ohne technische Hilfen wird das Bild verzerrt wiedergegeben. Das Bild ist horizontal gestaucht. Erst auf einem 16:9 Fernseher wird das Bild durch Korrektur der Stauchung richtig wiedergegeben. Aus diesem Grund bieten die meisten DVD Player das sogenannte Letterbox Verfahren an, bei dem das anamorphe Bild (rechteckige Pixel und keine quadratische Pixel) auf ein normales 4:3 Format (mit Balken) reduziert wird, um das Bild auf einem alten Fernsehgerät wiederzugeben. Wird das anamorphe Signal z.B. über einen HDTV Sat-Receiver der auf 16:9 gestellt ist ausgeben, passt erst der Bildschirm das Bild so weit an, dass es den ganzen Bildschirm ausfüllt. Für eine korrekte Darstellung auf einem 4:3 Fernseher sollten Sie den Sat-Receiver oder DVD Player auf 4:3 bzw. Letterbox stellen, da die Anpassung dann bereits der Receiver bzw. der DVD Player übernimmt.
Wurde am Fernseher, Sat-Receiver oder auch
DVD-Player nun das falsche Format ausgewählt, tritt bei einem anamorphen Bild der sogenannte Eierkopfeffekt auf. Das Bild wirkt in der Breite gestaucht und in der Höhe gestreckt. Dieses Format finden Sie auch auf meisten DVDs. Dadurch, dass das anamorphe Bild von der Quelle unverändert übertragen wird, übernimmt erst der Bildschirm die Aufgabe die Proportionen wieder richtig darzustellen. Aus diesem Grund ist es auch Voraussetzung, dass Sie einen 16:9 Bildschirm besitzen, möchten Sie ein anamorphes Bild richtig dargestellt bekommen.

Ein anamorphes Bild auf einem 16:9 Bildschrim in 4:3 dargestellt.
Auf einem 4:3 Fernseher wird das anamorphe Bild
mit Balken oben und unten (Letterbox) angezeigt.
Darstellung im 4:3 Letterboxformat mit einer 2.35:1 Filmvorlage –
die Balken sind noch einmal deutlich breiter.
Das Pan & Scan Format
Da es noch sehr viele Geräte im 4:3 Format gibt, werden von den Sendeanstalten bei manchen Übertragungen die Bildinhalte in das PAN & SCAN Format beschnitten. Zweck dieser Übung ist es, die Balken zu entfernen und dadurch dem Zuschauer mehr Bild zu liefern. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, denn in Wirklichkeit fehlt ein beachtlicher Teil an Bildinhalt! Zum Glück kommt dieses Verfahren so gut wie gar nicht mehr zum Einsatz, und auch auf den DVDs wird es kaum noch angewendet. Diese Option können Sie alternativ auch an einem Sat-Receiver oder DVD-Player zur Bilddarstellung auswählen, sollte aber nach Möglichkeit vermieden werden. Bitte beachten Sie: An vielen Sat-Receivern und DVD-Playern wird bei der Auswahl des PAN & SCAN Formates jedoch das Letterbox-Format ausgewählt, beachten Sie hierfür das Bild während der Umschaltung.

PAN & Scan Ansicht auf einem 16:9 Bildschirm der auf 4:3 gestellt ist: Es fehlt ein beachtlicher Bildinhalt. Auch auf einem 4:3 Fernseher wird das Bild so dargestellt.
Das Pillarbox-Format
An einigen HDTV Sat-Receivern finden Sie eine weitere Einstellungsmöglichkeit für das Bildformat - das Pillarbox-Format. Dieses Format kommt allerdings nur dann zur Anwendung, wenn Sie einen 16:9 Fernseher einsetzen und der Sat-Receiver auf das Ausgabeformat 16:9 gestellt ist. Wird ein Fernsehbild im normalen PAL-Format empfangen, kann mit dieser Bildfunktion, dass auf einem 16:9 Fernseher in die Breite gezogene Bild wieder in das richtige Format gerückt werden. Oft ist dieses nötig, da viele Flachbildschirme bei Zuspielung über den DVI oder HDMI-Eingang keine Bildänderungen mehr zu lassen.

Ein 4:3 Bild in 16:9 gestreckt, dargestellt vor der Umschaltung in das Pillarbox-Format.
Das gleiche 4:3 Bild nach der Umschaltung in das Pillarbox-Format am Sat-Receiver – die Proportionen stimmen wieder.