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Test HDMI-DVD-Player Oppo Digital 981 HD

Vorstellung, Testumgebung     Hardware     Tabelle Connections     Anschluß und Setup     Tabelle General Specs     Bild- und Tonqualität     Tabelle Medienkompatibilität     Unterstützte Formate mit Tabelle     Fazit
Bild- und Tonqualität

Bildwertung

Der Oppo 981HD ist für die Verwendung am HDMI-Ausgang konzipiert. Nur hier befindet sich der Faroudja Genesis 2310 im Signalweg. Der einzig nenneswerte analoge Ausgang ist der RGB-Scart, der sich gegenüber dem Vorgängermodell merklich verbessert hat. Über RGB-Scart erreicht der Oppo nun Werte, die auf eine sorgfältige Abstimmung des Analog-Video-Teils schliessen lassen und durchaus mit den "besseren" MTK-Playern, z.B. von Bullet6 Pioneer, Schritt halten kann. Aber nur für eine RGB-Ausgabe sollte man sich keinen Oppo kaufen, dieses Gerät ist für den Einsatz über den digitalen Bullet6 HDMI Anschluss konzipiert.

Über HDMI bietet der Oppo seine stärksten Eigenschaften auf. Ein paar grundsätzliche kritische Anmerkungen muss sich BBK aber auch hier gefallen lassen: Die Firmware des Players schaltet den HDMI-Ausgang unnötig oft kurzzeitig schwarz. Dieses Gerät wird sicherlich oft auch zur Wiedergabe von Mpeg 4-Dateien genutzt, hier gibt es gleich zweimal eine kurze Sichtunterbrechung: Einmal beim Aktivieren des Browsers, dann beim Start der Datei. Dieses Manko fällt bestenfalls unter die Rubrik "lästig", ist einem 260¤-Player aber nicht würdig, zumal der Vorgänger dieses Problem nicht kannte.

Der Oppo kann über den HDMI nur den YUV 4:2:2 Farbraum nutzen, eine Umstellmöglichkeit auf YUV 4:4:4 oder RGB mit einfachem und erweitertem Farbraum fehlt. Damit erfüllt der Player nicht ganz die HDMI-Spezifikationen, teilt dieses Schicksal aber mit vielen anderen HDMI-Playern. Der abspielbare Farbraum entspricht der DVD-Spezifikation, passt für "normale" HDMI-TVs und Bullet6 Beamer also optimal. Benachteiligt werden Nutzer, die PC-Bildschirme oder ältere Beamer/TVs mit DVI betreiben möchten, die nicht auf HDMI 4:2:2 spezifiziert sind und z.B. den RGB-Farbraum erwarten. Dadurch kann es zu Farbverfälschungen vor allem in dunklen Bildbereichen kommen.

Der Oppo erkennt Videomaterial ausschliesslich adaptiv und liest keinerlei Flags aus. Das macht der Oppo dank Faroudjas DCDi Technologie ausgesprochen zuverlässig und schnell. Wichtig ist, bei Wiedergabe von PAL-Material, die Vorwahl des Video 2 Modes, der einen korrekten Pulldown von 2:2 ermöglicht. So ermöglicht uns diese Technik, auch die falsch geflagte Burosch AVEC zu nutzen.

Die verschiedenen Skalierungsmodi 576p, 720p und 1080i werden vergleichbar gut aufgelöst und skaliert. Der 1080p-Modus macht eine unrühmliche Ausnahme.

Während bei der 720p Auflösung beim Burosch AVEC-Testbild bis hinauf zu 3,375 MHz ordentlich aufgelöst und skaliert wird, ohne nenneswerte Farbverschiebungen erkennbar werden zu lassen, geschieht bei 1080p folgendes:

  

Die Farbauflösung geht verloren, ein grausamer Chroma-Bug wird sichtbar. Zudem verteilt der Oppo gröbste Artefakte wahllos übers Bild. In dieser Form ist die 1080p-Ausgabe nicht brauchbar. Wir rechnen dies dem Oppo aber nicht sonderlich negativ an, denn das DVD-Bild erlangt durch die Hochrechnerei keinerlei neue Bildinformationen, es bleibt beim Informationsgehalt von Pal-bedingten 720x576 Pixeln. Entsprechend kann ein Bullet6 DVD-Player im Zeifelsfall auf die 1080p-Ausgabe gut verzichten.

[update 17.07.07]

Oppo/BBK-Europe in Schweden hat auf unseren Fehlerreport sehr schnell reagiert und eine neue Firmware online gestellt, die Rev 0627. Mit dieser Firmware ist der Chroma-Bug bei 1080p nun nicht mehr vorhanden.


Auch sonst hat der Faroudja die HDMI-Bildausgabe sehr gut im Griff. Das adaptive Deinterlacing erkennt zuverlässig den Pulldown des DVD-Materials und stellt sich blitzschnell richtig darauf ein. So hat der Player erwartungsgemäß mit den Deinterlacing-Testsequenzen der Finzel-Test-DVD überhaupt keine Probleme, schneidet hier auch wesentlich besser ab als das Vorgängermodell.

Die Bildauflösung ist bis in die Stufe 3 der Testsequenzen sehr gut aufgelöst, auch bei 1080p. Wir haben diese Wiedergabeart für unseren Screenshot gewählt, um auf die Artefakte die in der dritten Kästchenreihe von links deutlich zu erkennen sind, noch einmal aufmerksam zu machen. Bei allen anderen Skalierungen gibt es diese Artefakte - wie schon geschrieben - allerdings nicht.

[update 17.07.07] Mit der neuen Firmware Rev. 0627 sind auch die Artefakte bei 1080p verschwunden.

Bei Interlaced Video-Material glänzt der Oppo einsam an der Spitze. Sein Diagonal-Prozessor arbeitet mustergültig, hier macht der große Faroudja auch den aktuellen Silicon Optix-Wandlern noch was vor. Die Bilder stehen wunderbar fein aufgelöst auf dem Schirm, Treppenstufen in diagonalen Linien, wie sie von Playern ohne Diagonalprozessor gern mal produziert werden, kann man beim Oppo getrost vergessen. Davon profitieren nicht nur Eigenaufnahmen mit der Videokamera oder Aufnahmen mit dem heimischen DVD-Rekorder, sondern auch diverse Mpeg 4-Dateien.

Der Faroudja 2310 erlaubt vielfältige hochwertige Filtercharakteristiken, von denen BBK nur ein paar wenige in die Firmware eingebaut hat. So können wir lediglich die Video-Wiedergabe auf Pal optimieren (Video2), und die True-Life Filterfunktionen des Chips nutzen. Ist diese aktiviert, können wir eine Farbfilterfunktion (CCS) einstellen, die wir empfehlen. Zudem lässt sich ein Rauschfilter feinfühlig einsetzen, hier erzielten wir mit der Einstellung "niedrig" die besten Resultate. Alle diese Filter lassen sich ohne erkannbare Bildverschlechterungen gebrauchen, hier hat Faroudja gegenüber der Konkurenz noch die Nase vorn.

Faroudja-Fans verzichten gern auf die Bewertung eines Players mittels definierter Testbilder und begründen dies damit, dass solch ein Player für reale Filme optimiert sei. Das können wir so nicht stehen lassen, denn Testbilder verdeutlichen lediglich physikalische Gegebenheiten, wie sie genauso in realen Bildern vorkommen, dort in entsprechenden Situationen auch sichtbar sind. Diese Argumentation mag in der Firmenphilosophie von Faroudja begründet liegen, die bestimmte Bild-Charakteristiken in der Abstimmung bevorzugt, was in Testbildern gnadenlos offengelgt wird. In der Gesamtkomposition eines Beamer-Bildes kann sowas dem Bildeindruck tatsächlich zuträglich sein, ähnlich dem Röhren-Effekt beim Klang. Es sind und bleiben aber Eigenarten, die im Originalbild nicht vorhanden sind. Die Oppo-Abstimmung reduziert diese Faroudja-Eigenarten aber auf das Wesentliche.

So bleibt, bei aktiviertem CCS, der Hintergrund des Burosch AVEC Magenta-Green Testbildes beispielhaft kontrolliert und ruhig, das wandernde Haus schiebt aber nach wie vor den "Faroudja-Rahmen". Die grüne Umrandung sollte nicht sein, ist aber gegenüber anderen Abstimmungen deutlich reduziert.

Fast alle Faroudja-Abstimmungen patzen beim 576 TVL-Bild, nicht so der neue Oppo. Er bildet auch die feinste 576 TVL mustergültig ab ...

... und behält, als erster Faroudja in unseren Tests, beim sonst schwarz-weiß blinkenden, umgekehrten Viereck stoische Ruhe.

Daraus resultiert ein sehr hochwertiges HDMI-Bild, welches in Foren euphorisch in die HD-Ähnlichkeit gerückt wird. Ein Eindruck, der beim Vergleich mit echten HD-Zuspielungen übrigens schnell schwindet. icon_wink Das Bild des Oppo ist jedenfalls über jeden Zweifel erhaben. Auch Problem-DVDs wie "Gladiator" oder "Space-Cowboys" laufen ohne Bildfehler und Flimmern ab. Respekt. Hier bietet der Oppo für die HDMI-Zuspielung auch dem verwöhnten Beamer-Nutzer ein hervorragendes Pal-Bild zu einem sehr fairen Preis.

DVD-Funktionalität

Absolut  alle CD und DVD  Rohlinge, die wir getestet haben, wurden klaglos  akzeptiert: Ricoh +R  8fach, Ricoh DL +R 2.4fach, Verbatim +R 8fach,  Verbatim + R 16fach,  Verbatim DL +R 2.4fach (4fach gebrannt), Verbatim  DL -R 2.4 fach, Fuji  -R 8fach, Bullet6 Philips +RW 4fach, (Hersteller Ricoh), Verbatim -RW 4fach  sowie Bullet6 Sony,  Verbatim, Ritek, Ricoh und TDK CD Rohlinge. Auch Verbatim  "Ultra  Speed" CD-RW, 24fach gebrannt, wurden abgespielt. 90 und 99 min.   Rohlinge funktionieren ebenfalls.  

Der Oppo 981H spielt problemlos jede DVD+DL und DVD-DL. Auch mit Nero gebrannte DLs werden klaglos abgespielt.

Die  verschiedenen Gewschwindigkeitsstufen beim schnellen Vorlauf erledigt  der Oppo MTK-typisch souverän, unabhängig vom Quellmaterial. Bis zur  zweiten Stufe wird flüssig gespult, danach gibts eine Einzelbildshow  mit korrektem Einsprung. Der Rücklauf in Mpeg4-Dateien weist den  typischen MTK-Fehler des zu schnellen Tempos auf.  

Die  Fehlerkorrektur des sehr leisen und schnellen Loaders arbeitet  zufriedenstellend. DVDs mit mässigen Gebrauchsspuren stellen den Loader  vor keine unlösbaren Aufgaben. Lediglich sehr stark verschmutzte und  zerkratzte DVDs zwingen den Player zu Fehlern, die sich in, sehr leise hörbaren, Fokusiergeräuschen, Stoppern und Sprüngen innerhalb einer DVD  bis hin zum völligen Auststieg mit Anzeige des Einschaltbildes zeigen.

DVD-Video Tonqualität 

Über  die Spdif-Ausgänge wird die Wiedergabequalität des Oppo vor allem durch  die Fähigkeiten des angeschlossenen Receivers begrenzt. Der Oppo  scheint hier eine ordentliche Taktqualität zu liefern, die  Klangkulissen lösten sich bei Dolby-Digital und DTS wunderbar von den  Lautsprechern, die Dynamik kam mit großer Wucht rüber.

Der  eingebaute Crystal-Wandler sorgt für ein angemessenes Analog-Klangbild  bei Benutzung der analogen 5.1 und 2.0 Ausgänge. Auch hier ist die  Räumlichkeit in die Breite gegeben, die Tiefe wird zu flach gestaffelt.  Ein guter AV-Receiver dürfte mit einer Spdif-Zuspielung das bessere  Ergebnis liefern.

Einige Forenuser bescheinigen dem neuen Oppo hier einen positiven Unterschied zum Vorgängermodell, den wir nicht nachvollzihenen können.

CD / DVD-Audio / SACD-Wiedergabe 

Der  Player spielt Audio-CDs ohne die Anzeige von CD-Text. Der analoge  Anschluß gewinnt auch hier durch die gute Wandlung, das Klangbild wird  in der Breite wie in der Tiefe exakt gestaffelt. Der Dynamikumfang ist  auch über die analogen Ausgänge OK. Der Oppo kann einen Mittelklasse  CD-Spieler durchaus ersetzen. 

Als Besonderheit spielt der Oppo auch  DVD-Audios und SACDs ab, und dies dank der einstellbaren Pegel für jeden  Lautsprecher besser, als jeder andere MTK-Player. Sein Klangvermögen  kommt aber nicht an die Wiedergabe hochwertiger DVD-Audio-/SACD-Player vom Schlage eines Bullet6 Denon 2930 oder 3930 heran.  Leider verweigerte der Oppo die Wiedergabe einiger, mit Key geschützer,  DVD-Audios. Das SACD-Problem sehr vieler MTK-Player, die zwischen einzelnen Tracks Zwangspausen einfügen, hat BBK gelöst. Der Oppo spielt Live-SACDs ununterbrochen durch.

DVD-Audio-Signale kann der Oppo über seine HDMI-Schnittstelle digital entsprechend geeigneten AV-Receivern zuführen, bei SACD klappt das mit der verbauten HDMI 1.1 nicht. Wir würden uns hier mehr Konsequenz und die Implementierung einer HDMI 1.2 wünschen.

MP3-Wiedergabe 

Der Oppo ermöglicht die Wiedergabe von MP3s mit den, von MTK bekannten  Möglichkeiten und Einschränkungen. Wiedergabe im Ordner ist ebenso  möglich wie über die gesamte Disk, beim Shuffle Play merkt sich auch  der Oppo nicht, was er zuvor gespielt hat und wiederholt wahllos einige  Titel auch doppelt und dreifach. Die Tonqualität ist über den Spdif -  Ausgang und über die analogen Ausgänge dank Crystal-Wandler recht gut,  manchmal wünschten wir uns, z.B. im Vergleich mit dem Bullet6 Panasonic S52 oder dem Denon 1730, ein wenig mehr Tiefenunterbau und Präzision.

Jpeg-Darstellung

Der Oppo 981H kann Jpeg-Bilder nur in Pal-Auflösung darstellen. eine sinnvolle Nutzung am Beamer oder HD-TV ist nicht möglich.



Aktualisiert Dienstag, 17. Juli 2007

Weblinks:
Bullet6 www.opposhop.com
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