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Im Test: Bullet6 Pioneer DVD 696

Hardware     Anschluß und Setup     Bild und Ton Bewertung     Formatkompatibilität     Fazit
Bild und Ton Bewertung

Die Bildqualität

Der 696 bringt über alle analogen Ausgänge eine beispielhaft gute Bildqualität. Der MTK-Chipsatz ist dabei bekannt farbenfreudig, was der Qualität aber keinen Abbruch tut. Der YUV gibt nur 576i und 576p wieder, lässt sich nicht skalieren. Das Gebotene ist für die Preisklasse dabei OK, ohne nach unten oder oben auszureissen. Der Bullet6 Pioneer 696 ist einer der wenigen Player, die das volle Bildpotential des MTK 1389 auch nutzen. Den Deinterlacer nehmen wir im nächsten Absatz im Zusammenhang mit dem Bullet6 HDMI unter die Lupe. Das dort geschriebene gilt auch für 576p am YUV.

Die fehlende Voreinstellung beraubt uns der Möglichkeit, die Bullet6 BuroschTest-DVD zur Beurteilung des Players heranzuziehen. Die AVEC ist falsch geflagt, der Player erkennt nicht das progressive Material und flackert im Video-Mode entsprechend vor sich hin. Unsere Deinterlacer-Tests beziehen sich also im Wesentlichen auf das Material der Bullet6 Peter Finzel Test-DVD. die hier gezeigten Beispielbilder dienen lediglich der Anschaulichkeit und sind keine Screenshots des Pioneer 696.

Pioneer hat sich sichtlich bemüht, dem 1392 das Höchstmögliche zu entlocken. Wenn man die Bilder des 696 mit denen des kürzlich getesteten Medion 81290 vergleicht, meint man nicht, es mit dem gleichen Deinterlacer zu tun zu haben. Von den Leistungen eines guten Deinterlacers wie einem Faroudja oder dem im neuen Bullet6 Panasonic S52 implementierten Eigengewächs ist der 1392 allerdings einiges entfernt.

So verdeutlicht der Siemensstern der Finzel-DVD an den Farbsäumen deutliche Verschiebungen und Fransen, die auf einen sichtbaren Chroma-Upsampling-Bug schliessen lassen könnten.

siemensstern

Beispielbild!

Das 576 TVL-Testbild erhärtet in seinen unteren Farbbalken diese Theorie, vor allem, wenn das Bild in Bewegung gerät.

576TVL

Beispielbild!

Im Stillstand vermag der Upscaler bis 425 TVL das Gebotene noch in einigermassen fein zeichnenden Linien darzustellen. Bei 576 TVL sind es auch Linien, aber irgendwie nicht mehr alle, es sieht aus, als wenn der 696 nur jede dritte abbildet. Zeitweise wechselt das Bild bei 576 TVL in eine Klötzchen-Grafik. Die unteren Farbbalken fransen deutlich sichtbar aus.

Gerät das Testbild in Bewegung, kommt der 1392 nicht mehr wirklich damit klar. Auch bei den oberen Balken flimmert es gewaltig, 576TVL wechseln ständig ihre Form, Linien sind es jedenfalls nicht mehr. Der S52 gibt sich hier im Kino-Modus keine Blösse, sein Bild stellt mehr als einen Klassenunterschied dar.

Beim progressiven Deinterlace-Testbild schafft der Pioneer 696 die ersten beiden Stufen anständig, auch wenn die Dachziegel des Hauses und das Fachwerk ein wenig flimmern.

deinterlacer2

Beispielbild!

Der Panasonic S52 kann auch dies besser, der Unterschied ist aber nicht sehr deutlich.

Die dritte Stufe des Deinterlacer-Tests macht dann wieder einen deutlichen Unterschied sichtbar: Während der S52 das gesamte Bild ausgesprochen korrekt und sauber wiedergibt, dabei sogar subjektiv eine bessere Figur als ein Marantz 7600 macht, kommt der 1392 im Pioneer mit den feineren Konturen des gekennzeichneten Dreiecks nicht klar und zeigt in diesem Bereich eine pumpende, weisse Fläche. Bei den Korrekturversuchen kommen auch die seitlichen Linien ins flimmern.

  deinterlacer3

Beispielbild!

Bei der Kamerafahrt im Video-Modus ist der Pioneer erträglich, solange die seitlichen Balken nicht eingeblendet sind. Er stellt dann in den Kino-Modus und verunstaltet das Video-Bild, deutlich sichtbar an übermässigen Stufen in diagonalen Linien und Deinterlacing-Fransen. Bleibt der Balken weg, fabriziert der Upscaler ein geniessbares Video-Bild, Treppenstufen bleiben aber sichtbar, ebenso wie leichte Ausfransungen bei Bewegungen.

kamerafahrt

Beispielbild!

Im praktischen Betrieb überzeugt der Pioneer 696 mit einem subjektiv recht gutem, vor allem sehr ruhigen HDMI-Bild, solange der Flag auf der DVD richtig gesetzt ist. Er distanziert erwartungsgemäß den Medion (ebensfalls MTK 1389 mit 1392 Upskaler) überdeutlich und zeigt, wie gut die Mediatek-Kombination Bilder auf den Schirm oder Projektor bringen kann. Erst ein Direktvergleich mit dem Marantz 7600 oder dem Panasonic S52 entlarvt deren Stärken in Detailtreue und Bildruhe in kritischen Szenen. Dies ist aber mehr deren Qualitäten als einer Pioneer-Schwäche zuzuordnen, der seine Sache im großen Ganzen recht gut macht. Im Gegensatz zum Medion ist das Bild auch korrekt eingepasst und zeigt keinerlei Versatz oder Verschiebung, wohl aber reichlich Overscan.

Beim Abspielen von Mpeg4-Material und Mpeg-Dateien zeigt der Pioneer richtig Muskeln. Alle Dateien werden korrekt auf den Bildschirm gezoomt, die Farben waren deutlich und kräftig, der De-Blocker arbeitet MTK-typisch ganz hervorragend. Für Sauger ist der Pioneer 696 in dieser Preisklasse eine echte Empfehlung!

CD-Betrieb

Auf dem Bildschirm zeigt der Pioneer 696 während der DVD-Wiedergabe nach Druck auf die Display-Taste die nötigsten Informationen wie Track-Nummer, abgelaufene und Rest-Spielzeit an. Das Gerätedisplay beschränkt sich auf die Angabe der Titelnummer und der abgelaufenen Spielzeit des Stückes. CD-Text beherrscht der Pioneer 696 nicht.

Über die FR und FL Chinch mit dem Verstärker verbunden, zeigt der 696 ein sehr homogenes, lebendiges Klangbild. Die Staffelung gelingt in der Breite wie in der Tiefe, so wie wir es von den Burr-Brown Wandlern gewohnt sind. Der Pioneer 696 kann auch einen Mittelklasse CD-Player problemlos ersetzen.

MP3- Betrieb

Der 696 bietet ein typisches MTK-Bild bei der Wiedergabe von MP3-Dateien. Er liest anstandslos alles, was der Testalltag so an MP3-Vielfalt hergibt, erlaubt sich keine Blösse. Die Anzeige im Browser ist allerdings auf 14 Zeichen im Dateinamen beschränkt, zudem hat Pioneer auch die unnötige und lästige Vorauswahl zwischen Video und MP3 etc. eingeführt.

Die Klangqualität über Spdif ist OK, auch wenn der Bassbereich vergleichsweise schwammig wirkt. Analog über Stereo-Chinch sind keine Abstriche festzustellen.

SACD/DVD-Audio-Betrieb

Durch die Limitierung der eingesetzten BB 1742 PCM auf eben den PCM-Bereich rechnet der Player SACD und DVD-Audio-Signale auf 88KHz runter, wenn die analogen 5.1-Ausgänge aktiv sind. Dies kann er allerdings nur, wenn die HDMI-Schnittstelle nicht belegt ist. Bei aktiviertem HDMI-Out bietet der Pioneer lediglich 2-Kanal-Ton über die analogen Ausgänge. Ein echtes Manko für SACD/DVD-Audio-Fans. Zudem kann der Pegel der Lautsprecher im Setup nicht justiert werden, was im Zusammenspiel mit einem AV-Receiver, der dies im analogen Eingangsmodus nicht beherrscht, problematisch erscheint.

Die verwendete HDMI-Norm beschränkt sich auf 1.1. Die HDMI-Buchse gibt lediglich das DVD-Audio-Signal an einen Receiver weiter, SACD beherrscht sie nicht.

Funktional zeigt der 696 weder bei SACD noch bei DVD-Audio Schwächen. Der Bildschirm zeigt auch hier nach Betätigung der Display-Taste Informationen der Disk, entsprechend möglicher Text auf den Disks wird nicht angezeigt. Erfolgt die Navigation auch hier über das Gerätedisplay, reduziert sich die Anzeige auf die Tracknummer und die abgelaufene Spielzeit.

Die Klangqualität ist bei DVD-Audio recht gut, auch wenn die Auflösung des Geschehens nicht an hochwertige DVD-Audio-Player heranreicht. Bei SACD haben wir auch nach längeren Hörsitzungen eine leichte Dämpfung der Höhen bemerken müssen.    

DVD-Klangqualität

Solange der Pioneer über die Spdif mit dem AV-Receiver verbunden ist, wird die Klangqualität im Wesentlichen von dessen Wandlern bestimmt. Der Pioneer scheint hier recht saubere Signale zu liefern, in unserer Testanordnung löste sich das Geschehen von den Lautsprechern, an Dynamik und Wucht mangelt es auch nicht. Der Player lässt auch DTS-Signale zu den Spdif-Ausgängen durch.



Aktualisiert Donnerstag, 24. August 2006
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