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Flags auf DVDs - Progressiv - Interlaced oder was?

Wissen Sie was ein Flag ist? Wissen Sie, warum ein Flag über die Bildqualität ihres DVD-Players entscheidet und unter Umständen sogar für ein schlechteres Bild verantwortlich sein kann? Wenn Ihnen dieses Wort rein gar nichts sagt, dann lesen Sie weiter, wir klären es für Sie.

Sogenannte Flags kommen in der digitalen Welt in vielen Bereichen zum Einsatz. Auf DVDs, in einem Satellitensignal, im Kabelsignal für das Fernsehen - um nur einige zu nennen. Ein Flag bezeichnet eine Variable, die einen gewissen Status festlegt, um z. B. einem Wiedergabegerät mitzuteilen, wie es sich für die Ausgabe einstellen soll. So sendet z. B. Bullet6 Premiere auf ihrem Premiere HD Kanal einen Flag, der dem HDTV Sat-Receiver mitteilt, dass er HDCP aktivieren soll. Die Flags, von denen wir hier allerdings im Speziellen reden möchten, befinden sich auf allen Film-DVDs, die Sie käuflich erwerben können. Das Problem ist, sie sind oft falsch oder gar nicht gesetzt und das kann bei vielen DVD-Playern zu einer schlechteren Bildausgabequalität führen. In diesem Artikel geht es um zwei ganz spezielle Flags. Diese beiden Flags, zuständig für die Kennzeichnung, wie das Filmmaterial auf der DVD hinterlegt ist, also Interlaced oder Progressiv, ist die Wurzel des Übels. Zum einen sind die MPEG-Streams, also die sogenannten VOB-Files auf einer DVD, mit einem Flag versehen und zusätzlich befindet sich auch in den IFO-Files ein Flag, der den gleichen Steuerbefehl enthält. Dazu aber später mehr.

Was für Bilder befinden sich auf einer DVD?

Vorher muss man wissen, dass sich auf einer Film-DVD entweder Vollbilder (progressives Material) oder zwei einzelne Halbbilder (interlaced Material), aus denen sich wieder ein Vollbild zusammensetzen lässt, befinden. Bei Film-DVDs, auf denen der Film als Intelaced-Material gespeichert ist, wird vorher im Masteringstudio von jedem Kinobild, also jedem einzelnen Frame (Vollbild), eine digitalisierte Aufnahme erstellt und diese dann zerlegt in zwei Einzelhalbbildern (Interlaced) auf der DVD gespeichert. Da die Halbbilder fast immer von einer Kinofilmvorlage erstellt werden, und dadurch auch keine Bewegungen zwischen den beiden Halbbildern stattfindet, weil beide Halbbilder ja vom gleichen digitalisierten Vollbild (Frame) stammen, lassen sich diese beiden Halbbilder dann auch ohne jegliche Logik wieder zu einem ganzen Vollbild ohne Qualitätsverlust zusammensetzen. Zum Kombinieren der passenden Halbbilder können nun zusätzliche Flags im MPEG2-Datenstrom vorhanden sein, die die Zusammengehörigkeit von Halbbildern kennzeichnen, welche beiden Halbbilder wieder zu einem Vollbild zusammengefügt werden können. Leider sind diese aber oftmals falsch gesetzt oder gar nicht vorhanden, was zu unschönen Resultaten wie Bildflackern, Kantenbildungen bzw. Kantenflimmern bei der Bilddarstellung führen kann. In diesem Fall weiß der Bullet6 DVD-Player nicht, welche Halbbilder zeitlich zusammengehören und vermischt unter Umständen unpassende Halbbilder miteinander.

Was machen DVD Player?

In den meisten Fällen, und hier beginnt das Problem, befinden sich aber progressive Bilder auf einer Film-DVD, auch wenn die VOBs meistens falsch auf Interlaced geflagt sind. Ist interlaced Material auf einer DVD vorhanden, haben DVD Player der gehobenen Preisklasse, die z. B. mit einem Faroudja oder Silicon Optix Chip ausgestattet sind, einen Motion Adaptiven De-Interlacer verbaut, der bei vorhandenem  Interlaced-Material die Halbbilder in Echtzeit untersucht, um daraus wieder ein möglichst optimales Vollbild zu erstellen und auszugeben. Diese DVD-Player kümmern sich erst gar nicht um die beiden Progressiv- bzw. Interlaced-Flags, nicht im MPEG2-Datenstrom und auch nicht in den IFOs der DVD. Wird progressives Bildmaterial von Adaptiven De-Interlacern erkannt, werden die Vollbilder einfach unverändert weiter verarbeitet. Günstigere DVD-Player hingegen sind meistens reine Flag-Reader, die noch dazu oft nicht den Flag im MPEG2-Datenstrom, also im VOB auslesen, sondern ausschließlich den im IFO-File. Diese Geräte verfügen zusätzlich meistens auch über keinen Motion Adaptiven De-Interlacer. Hierzu gehören z. B. DVD-Player mit MediaTek Chips und teilweise, abhängig von der Firmware, Geräte mit Zoran Chips. DVD Player mit Sigma Designs oder Bullet6 Panasonic Chips lesen z. B. den Flag im VOB aus. Ob Ihr DVD-Player nun ein reiner Flag-Reader ist, egal ob er den Flag aus dem IFO oder VOB ausließt, können Sie in den verfügbaren Setup-Einstellungen Ihres Gerätes leicht herausfinden. Taucht in Ihrem Setup- oder eines der Untermenüs ein Eintrag für den Übertragungsmodus oder auch P-Scan-Modus genannt auf, können Sie hier von Hand den DVD-Player von „Auto“ in den „Filmmode“ schalten. Ist bei Ihnen ein derartiger Eintrag nicht vorhanden, können Sie mit fast 100-prozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass der DVD-Player im Auto-Modus läuft und nur den Flag aus dem dementsprechenden IFO-File oder VOB ausliest.


Zu Anfang des Blockbusters Underworld–Evolution kann der Effekt der Bildverschlechterung anhand der roten Laufschrift gut erkannt werden. Behandelt der DVD-Player die auf einer DVD enthaltenen Vollbilder als Interlaced-Material, sind die Schriftkanten ausgefranst und flimmern. Nach dem der DVD-Player in den Filmmode, also den progressiven Modus, geschaltet wurde, nicht zu verwechseln mit der Bildausgabe 576p oder 720p, ist dieser Effekt verschwunden.


Beispiel für den Übertragungsmodus: Der Panasonic DVD-S52 lässt sich über das Menü von Hand auf den Filmmode stellen und gibt dann falsch geflagte DVDs richtig aus. Dieser Player gehört allerdings zu der Art von Flag-Readern, die den Flag aus dem VOB und nicht aus dem IFO auslesen.

Wie Sie falsche Flags erkennen und auslesen

Die Entscheidung, wie das Filmmaterial auf die DVD kommt, entscheidet das Masteringstudio vor Produktionsbeginn. Wird das Filmmaterial progressiv auf die DVD gebracht, ist die Sache einfach und beide Flags, also im MPEG2-Stream und im IFO-File müssen auf progressiv gesetzt sein. Wird die Entscheidung getroffen, dass der Film interlaced gespeichert werden soll, müssten die Flags beide dementsprechend auf interlaced gesetzt werden. Hier liegt nun genau das Problem: Oft wird, eigentlich progressives, Bildmaterial im MPEG2-Stream und im IFO-File auf Interlaced geflagt, das Resultat sind die erwähnten Bildfehler, da der DVD-Player probiert, Halbbilder zusammenzusetzen, die gar nicht existieren.

Hier ein paar exemplarische Beispiele fehlerhafter DVDs:

  • Underworld Evolution - Film ist sowohl im MPEG2-Datenstrom als auch im IFO-File auf Interlaced (Camera) geflagt, obwohl das Filmmaterial auf der DVD als progressive Bilder, also Vollbilder, enthalten ist.
  • V wie Vendetta - Die verschiedenen Film-VOBs sind mal Interlaced mal Progressiv geflagt, obwohl alles VOBs als Vollbilder hinterlegt sind – der IFO-File ist zusätzlich verkehrt auf Interlaced geflagt.
  • Herr der Ringe – Die zwei Türme - Die VOBs sind alle Interlaced geflagt – in den IFOs sind die Flags auf Progressiv gesetzt.
  • Poseidon - Die verschiedenen Film-VOBs sind mal Interlaced mal Progressiv geflagt, obwohl alle VOBs auf der DVD als Vollbilder hinterlegt sind – der IFO-File ist zusätzlich verkehrt auf Interlaced geflagt.


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